Insektenschutz


Weniger Insekten - Ein Grund, feuchte und warme Winter

Die meisten Menschen glauben, wenn es im Winter sehr kalt ist, dann gibt es im nächsten Jahr keine Insekten, weil sie in der Kälte sterben. Das stimmt rein wissenschaftlich nicht! Eigentlich macht die große Kälte wie jetzt bei uns Mitte bis Ende Februar den Insekten nicht viel aus. Es ist sogar umgekehrt: Für die Tiere ist es viel schlechter, wenn der Winter eher mild und regnerisch ist wie in den vergangenen Jahren. Denn im Boden leben viele Pilze, die sich bei solchen Bedingungen besonders gut ausbreiten. Was machen die Pilze? Die Pilze brauchen viele Nährstoffe zum Überleben und überwuchern auch die Insekten, deren Eier, Puppen und Larven, die sie dann anschließend zersetzen. Man kann auch sagen: Die Insekten verschimmeln.
Wenn es im Herbst langsam kalt wird, suchen die meisten Insekten (Bienen, Marienkäfer, Maikäfer, Hummeln, Wintermücken, Hausfliegen etc.) ein geschütztes Plätzchen wie Holzspalten, Baumlöcher, Stubben, hohle Pflanzenstengel, Mauerritzen, Erdlöcher, Laub, Komposthaufen. Also überall dort, wo sie vor Regen oder Schnee, vor Vögeln und anderen Feinden geschützt sind. Manchmal tun sie sich auch zusammen in größeren Gruppen, so z.B. die Marienkäfer und auch die meisten Ameisenarten. Andere wiederum verlegen ihr Nest tiefer um der großen Kälte zu entgehen wie Hummeln und Wildbienen. Dort herrscht im Winter tiefe Stille und erst wenn die Temperaturen wieder steigen, werden die Tiere munter und krabbeln nach außen. Es gibt aber auch ein Insekt, was sich im Winter richtig viel bewegt, es ist die Honigbiene! Sie fliegen nicht aus, sondern krabbeln in ihrem Stock umher und kuscheln sich zusammen zu einer sog. Wintertraube. Dadurch entseht Wärme bis zu 20 °C.
Daher sollte man bei dem Insektensterben auch mal genau untersuchen, wie in den letzten Jahren (10 bis 15) die Winter in Deutschland waren!

Klaus Götze
Bienen brauchen unsere Hilfe

Das Frühjahr ist da und mit der wärmenden Sonne kommen auch die Bienen und Hummeln, die Eintagsfliegen, Wespen und Hornissen aus ihren Winterquartieren.
Die Insekten suchen nach ihnen genehmen Brutmöglichkeiten und brauchen Nektarquellen. Die sind jetzt, Ende März, nicht so reichlich vorhanden. Durch die intensive Landwirtschaft gibt es auf den Wiesen und Feldern nicht mehr so viele Blütenpflanzen wie vor 30 bis 40 Jahren. Für die Bauern sind das nur Unkräuter. Die industrielle Landwirtschaft hat die meisten Felder und Wiesen in hoch produktive, insektenfeindliche Bereiche umgewandelt, in denen es kaum noch blühende Pflanzen gibt. Es herrscht Mangel an Blütenpflanzen für die Bienen. Es wäre gut, wenn es in Thüringen mindestens 10 % ökologische Vorrangflächen geben würde, das heißt unbewirtschaftete Flächen vor allem im Offenland. Dadurch kann die biologische Vielfalt in der Fläche gefördert werden. Auch Blühstreifen, Ackerfeldraine und Ödland dienen als zusätzliche Nahrungsbereiche. Davon gibt es derzeit leider nur wenige.
Eine große Bedeutung kommt den Haus- und Kleingärten in Jena und im Landkreis zu, denn ohne ihre blütenreichen Staudengärten, alten Obstsorten und Steingärten wäre der Bienenbestand noch geringer als er ohnehin schon ist.
Für 500 g Honig fliegen die Bienen bis zu 9 Millionen mal zu den Blüten; das entspricht einer Strecke von etwa 3 Erdumrundungen. Nur gut, das es in Jena und im SHK noch Gartenfreunde gibt, die auch in diesem Frühjahr viele bunte Blumenbeete anlegen - zu ihrer Freude - und für den Erhalt der Honigbienen und anderer Flug-
insekten.
Besonders gern von Bienen besuchte Blütenpflanzen sind: Krokusse, Astern, Disteln, Minzen, Goldrute, Sonnenblume, Malven, Lavendel, Witwenblume und Thymian.

Klaus Götze, Ehrenvorsitzender

Bienenfreundlicher Garten